HOPEPUNK.Care - Steffen Schumann über den Neuen Kupferhof, wo Familien pflegebedürftiger Kinder Kraft tanken können

Shownotes

Steffen Schumann ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Vereins Hände für Kinder e.V., eines Vereins, der den Neuen Kupferhof in Hamburg betreibt. Der Neue Kupferhof ist ein sogenanntes Kurzzeit zu Hause für pflegebedürftige Kinder und ihre Familien. Und es ist ein Ort, den Steffen aus eigener Betroffenheit ins Leben gerufen hat - allen Widerständen zum Trotz. Denn Familien mit pflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass diese Familien – pflegende Eltern genauso wie Geschwisterkinder – auch mal Kraft tanken; wissend, dass ihre pflegebedürftigen Kinder bzw. Geschwister in guten Händen sind. Das können sie im Neuen Kupferhof. Es ist ein Gespräch geworden über Familie, Pflege als Aufgabe, Trauer und natürlich über Hoffnung.


Hände für Kinder e.V. / Der Neue Kupferhof "Kurzzeit-Zuhause für Kinder und Jugendliche mit Behinderung & Entlastung für pflegende Eltern In Hamburg gibt es seit 2013 ein Kurzzeit-Zuhause für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Für sie stehen 12 Zimmer und ein Team aus Pflegekräften, Therapeut:innen und Pädagog:innen zur Verfügung. Aber auch die Familien unserer jungen Gäste können gerne im Neuen Kupferhof bleiben. Sie wohnen in 15 weiteren Familienzimmern. Natürlich sind im Neuen Kupferhof Gäste aus ganz Deutschland willkommen!

Becura e.V. "bietet ein kompetentes Informationsforum für Betroffene sowie Angehörige von Menschen mit Behinderung und vernetzt Kurzzeitwohnen-Einrichtungen." https://www.becura.de/einrichtungen

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00:00:00: Ich sage immer, jeder Mensch lebt auf dieser Welt zu hundert Prozent.

00:00:04: Wo man diese Uhr abläuft – das wissen wir alle nicht!

00:00:06: Aber umso wichtiger ist doch dass wir jedes Leben so wie es ist dankbar hinnehmen und auch etwas draus machen und jeden Tag genießen an dem man gesund ist und

00:00:16: mitgestalten kann.

00:00:32: um aktiv auf eine positive Zukunft hinzuarbeiten.

00:00:35: In jeder Folge widme ich mich einem Thema oder einem Gast, der die Hoffnung in irgendeiner Art und Weise – in Arbeit oder Leben verkörpert.

00:00:44: Heute ist das Steffen Schumann, Gründer- und Vorstandsvorsitzender des Vereins Hände für Kinder

00:00:48: e.V.,

00:00:49: eines Vereins, der den neuen Kupferhof in Hamburg betreibt.

00:00:53: Der neue Kupfverhof ist ein sogenanntes Kurzzeit zu Hause für pflegebedürftige Kinder und ihre Familien.

00:00:58: Und es ist ein Ort, den Steffen aus eigener Betroffenheit ins Leben gerufen hat allen Widerständen zum Trotz.

00:01:05: Es ist wirklich ein wunderschöner Ort, an dem wir uns unterhalten dürfen und ich möchte gar nicht so viel vorwegnehmen.

00:01:11: Steffen, ich freue mich heute mit dir sprechen zu dürfen!

00:01:16: Vielen vielen Dank dass ich hier bei euch sein darf im neuen Kupferhof.

00:01:20: sehr gerne freue mich

00:01:21: sehr auf das Gespräch.

00:01:22: Wir fangen ja mit der Frage die ich allen stelle nämlich wie stehst du zur Hoffnung?

00:01:28: Ja du hast mir die frage kurz gestellt und vorher schon Wahnsinnig interessant und weit gefächerte Frage.

00:01:37: Grundsätzlich lebt alles, finde ich was wir hier tun im Kupferhof aber ich finde auch für jeden Menschen wird er getragen von Hoffnung.

00:01:46: Denn was ist denn Hoffnung?

00:01:48: Hoffnung ist ja die Aussicht auf eine positive Veränderung Die jeder sich vielleicht wünscht Von der man aber nicht weiß dass es wirklich Realität wird.

00:01:57: Also wenn ich morgens aufstehe oder aufwache Und dann habe ich die Hoffnung das das ein schöner Tag wird zum Beispiel.

00:02:04: Also von daher die Hoffnung ist das Fundament für vieles, was wir tun und anpacken finde ich.

00:02:10: Und das absolute Gegenteil davon wäre ja ein hoffnungsloser Fall zu sein zum Beispiel, ne?

00:02:15: Also hofftungslos!

00:02:17: Das sind ja, es ist ja synonym für das Hopfen ummals verloren.

00:02:20: also da gibt's keine Perspektive.

00:02:22: Von daher Hoffnung trägt vieles Ich würde mal sagen fast alles im Leben.

00:02:29: Ich habe mal einen Sprichwort gehört, das fähme in dem Zusammenhang auch ein Hoffnung ist das Brot der Armen.

00:02:35: Da dachte ich erst so, wow was ist das?

00:02:37: Aber das ist von Voltaire glaube ich also wirklich einem anerkannten Philosophen und Das ist schon sehr interessant denn die Hoffnung kann man eben wie gesagt auch als Grundnahrungsmittel vielleicht sehen dass wirklich wenn vieles hoffnungslos erscheint aber Wenn Hoffnung wirklich Brot ist also die Grundnarrung für Menschen die wenig haben Also wenn man arm ist, und das kann ja auch geistig und geistlich arm sein oder sonst wie.

00:03:06: Und dass es wirklich Brot ist, dann ist das schon ein starkes Wort finde ich.

00:03:10: Hoffnung ist Armtreiber.

00:03:11: Haufnung ist Grundnahrungsmittel, finde ich!

00:03:16: Wir sitzen gerade hier im neuen Kopferhof.

00:03:18: Das ist ein Haus, das du vor einigen Jahren ins Leben gerufen hast gemeinsam mit einem Freund.

00:03:26: Man könnte diesen Ort selbst als das Produkt von Hoffnung bezeichnen.

00:03:31: Magst du einmal erzählen, wo wir hier sind was dieser Ort ist und dann in einem zweiten Schritt wie du dazu gekommen bist diesen Ort zu schaffen?

00:03:41: Ja sehr gerne.

00:03:44: Wir sitzen hier im neuen Kupferhof in Hamburg-Woldorf und der Kupfhof ist ein Kurzzeit Zuhause für Kinder mit Behinderung und deren Familien.

00:03:53: das heißt es geht um Kinder die zu Hause von ihren Eltern rund um die Uhr sehr intensiv oftmals Tag und Nacht vier, zwanzig, sieben drei, fünfundsechzig gepflegt werden.

00:04:07: Dieser Pflegealter ist wahnsinnig anstrengend und bringt die Eltern dieser Kinder oft an den Rand des machbaren und erträglichen.

00:04:16: also weil ganz vieles halt schwindet.

00:04:18: soziale Kontakte alles das was man sich an normalen Familienleben vorgestellt hat ist nicht mehr so wie es ist.

00:04:24: Also sehr, sehr anstrendend, sehr kraftraubend Und hier bei uns im neuen Kupferhof haben wir es zum Ziel gesetzt diese Familien abzuholen aus ihrer Häuslichkeit, dass sie mal herkommen für einige Wochen im Jahr kurzzeit wohnen.

00:04:37: Um hier tatsächlich mal wieder das Leben zu schmecken um mal auszuschlafen und nachdurchschlafen.

00:04:43: Das heißt wenn die Eltern hierher kommen mit ihren Kindern oft sind auch noch gesunde Geschwisterkinder dabei dann betreuen wir und sind für das Kind mit Behinderung vierundzwanzig Stunden am Tag da.

00:04:55: Wir umsorgen es liebevoll.

00:04:57: Sie haben auch ein einzelnes Zimmer, ein Intensivzimmer oftmals mit allem was man da braucht Anpflege-Pyreferie von der Sauerstoffversorgung über einen Notrufsystem Überwachungseinheiten und so weiter.

00:05:11: Das ist alles fürs Kind da.

00:05:12: die Kinder sind also gut versorgt Und die Eltern und Geschwisterkinder können einfach mal in getrennten Räumen kleinen Apartments Hotel ähnlichen Zimmern hier Wohnen schlafen.

00:05:23: Für viele ist eine nach Durchschlafen ein Lotto gewinnen.

00:05:26: Und für die Geschwisterkinder mal da seinen Ausflüge machen, mal ohne Rollstuhl zu schieben, shoppen gehen oder mal ins Kino gehen essen gehen und sich hier einfach nur umsorgt fühlen im Garten liegen, im Gartenspielen Ausflügen machen.

00:05:42: Das ist Kurzzeitwohnen.

00:05:43: das ist hier die Arbeit von dem neuen Kopfwurf den wir vor etwas mehr als zehn Jahren, also bis zum Jahr zwei Tausend Dreizehn genau gegründet haben aus eigener Betroffenheit.

00:05:53: Wir selber sind so eine Familie, die gespürt hat wie es sich anfühlt am Rande der Kraft zu sein.

00:05:59: Unser drittes Kind kam schwerst mehrfach behindert zur Welt mit einer sehr intensiven Pflegeintensiven Behinderung.

00:06:07: Konnte nie laufen nicht sitzen nicht stehen nicht sprechen.

00:06:10: unser Sohn Noah und wir hatten zwei ältere Geschwisterkinder die immer zweite Geige spielten seitdem der kleine Bruder auf der Welt waren.

00:06:18: Wir konnten jeden Urlaub fahren, wir hatten die Wochenende und da haben wir gemerkt hey es muss doch irgendwie solchen Ort mal geben wo man mal hin kann.

00:06:25: Wo an all das abgenommen wird, wo man wieder ganz normale Familie sein kann.

00:06:29: In den Urlaubfahren war keine Option.

00:06:30: Das wäre das Verlagern gewesen des Alltags in einem anderen Ort mit all dem was dran hängt ne?

00:06:35: Mit Absauggerät, Windelpaket, Rollstuhl, Spezialstuhle.

00:06:41: und das ist ein Anhänger wenn man da irgendein Urlaub gefahren um da den gleichen Alltag zu erleben nur mit anderer Sonne oder anderem Hintergrund-Tapete.

00:06:49: Und so gesehen ist das die kurze Zusammenfassung von dem, was wir hier im neuen Kopf aufmachen seit einigen Jahren?

00:06:55: Ja vielen Dank!

00:06:56: Also das Kurzzeitwohnen... Das ist so ein Begriff.

00:06:59: kurzzeitpflege, kurzzeit wohnen.

00:07:02: Das ist das, was Menschen mit ich sage es mal ohne Kinder oder mit gesunden Kindern als Urlaub bezeichnen würden.

00:07:08: Wobei es hier ja nicht... Es geht ja wirklich darum einfach mal Erholung wieder möglich zu machen, Batterien wieder aufzutanken und dann überhaupt weitermachen zu können.

00:07:21: Ja letzten Endes sind das so Begrifflichkeiten die im Grunde in die gleiche Richtung gehen.

00:07:25: Kurzzeitpflege sagt dass da wo die Kurzzeit Pflege stattfindet in eine Pflegeeinrichtung stattfinden.

00:07:32: Pflege ist auch ein juristischer Begriff fast im Sozialrecht.

00:07:35: also wir sind keine Pflegeinrichtungen sondern wir sind ein Haus der Einliederungshilfe.

00:07:39: deshalb dürfen uns im Grund Formal juristisch auch nicht kurze Pflege nennen, was wir hier tun.

00:07:44: Letzten Endes machen das wahrscheinlich und wir pflegen auch sehr intensiv.

00:07:47: Ja, wahrscheinlich schon!

00:07:48: Die Kinder die zu uns kommen, entweder sind sie sehr betreuungsintensiv da sprechen wir oft von autistisch geprägten Kindern.

00:07:56: Da sagt man ja auch Autismus-Spektrum ist es sehr weit gefächert.

00:08:01: Und pflegeintensiten Kindern Das sind dann Kinder die zum Beispiel eine Trachealkanüle haben wie unser Sohn Luftrinschnitt haben, künstlich ernährt werden durch eine Bauchdeckensonde, ja PEG-Sonne die einfach nicht laufen können.

00:08:16: Nicht sprechen können wo wirklich Nahrung zugeführt werden muss und so weiter.

00:08:20: also körperlich auch versehrt während betreuungsintensive Kinder oft optisch nichts anzumerken ist.

00:08:28: Die sind aber sehr verhaltenskreativ, wie ich immer sage.

00:08:30: Sie sind also sehr eng zu betreuen oft eins-zu-eins.

00:08:33: Also Betreuungsintensive Kinder und pflegeintensive kinder wir haben hier beides und wir pflegen auch sehr intensiv Und wir haben ja auch vierzig Angestellte Pflegekräfte oder Heilationspflegende die eben ein Stück weit Beides machen also beide Gruppen von Kindern eben betreut.

00:08:53: Aber eigentlich geht immer einher auch eine intensive Pflege Aber wir sind keine Pfleereinrichtung und so gesehen, nennen wir uns hier Kurzzeitwohnen.

00:09:01: Ja ich muss sagen es ist das was am ersten auffällt wenn man hier reinkommt dass es wirklich ein sehr schöner ein sehr herzlicher Ort und mir wäre das früher zum Beispiel auch nicht so klar gewesen.

00:09:13: aber wie wichtig es ist wenn man die Verantwortung für einen geliebten Menschen abgibt dass man das Gefühl hat dass dieser Mensch gesehen wird in seiner auch als mensch sondern eben auch als Mensch.

00:09:26: Und hier bei euch redet man ja auch über das, würde ich mal sagen so mit das... Ich weiß nicht wie ich das sagen soll aber das engste Verhältnis, Fürsorgeverhältnis dass man als Mensch irgendwie vielleicht oder eins der Ängsten lieber haben kann zwischen Eltern und Kind.

00:09:41: Und bevor man als Elternteil sein pflegebedürftiges Kind abgibt und wirklich loslassen kann innerlich um in eine Erholung zu kommen Um die Kraft dafür zu tanken dann weitermachen zu können braucht man ja dieses Kind nicht einfach nur gut betreut wird, sondern eben im Zweifel auch liebevoll betreutet.

00:09:58: Und wie weit ist das von Anfang an Teil des Konzepts gewesen?

00:10:02: Ja, es ist schon richtig!

00:10:03: Also zum einen wollten wir ein Haus sein was nicht durch die Arztbrille oder Pflegebrille organisiert ist.

00:10:10: ja also Eltern erleben viele Traumataß in Krankenhäusern und Arztpraxen und haben auch genug davon.

00:10:16: Die wollen das nicht.

00:10:18: Wir wollten immer ein Haus wo es eben anders ist, wo's eher Ersatz zu Hause ist als nach Krankenhaus aussieht.

00:10:26: Und von daher ist das auch gut dass wir uns kurz seit Wohnen nennen und eigentlich gar keine Pflegeeinrichtungen sind weil wenn du eine Pflegeeinrichtung wärst dann unterliegst du auf verschiedenen sächlichen Ausstattungsgrundlagen usw.

00:10:37: Du musst sehr umfangreich dokumentieren die Pflege und so weiter und sofort.

00:10:41: aber du musst zum Beispiel auch Linoleum Flure machen und kannst dir keinen Teppich legen und ne Gandine darf und nicht brennbaren Stoff, usw.

00:10:48: Wir sitzen hier gerade in einem sehr gemütlichen Zimmer mit einer sehr gemüdlichen Teppich.

00:10:51: Und Eltern sollten hier einen Ersatz zu Hause haben.

00:10:53: Sie sollten etwas haben wo sie sich wohlfühlen und wo sie vielleicht auch das Gefühl haben und das hören wir auch ganz oft.

00:10:58: Aha!

00:10:58: Das ist hier von Eltern für Eltern gemacht und nicht von Ärzten oder so ja?

00:11:04: Also das macht schon Unterschied.

00:11:06: Ja und dann ist es natürlich so wenn die Eltern hierher kommen das erste Mal und wissen nicht wo sie hierhin kommen genau dann muss es natürlich auch relativ gut und einfach gelingen, sie abzuholen.

00:11:16: Und sie wirklich in einer Atmosphäre zu begrüßen die ihnen nicht Angst macht weil irgendwie hier das aussieht wie nächste Behandlung oder so.

00:11:24: Sondern es sollte hier gleich von Anfang an wenn man hier in die Tür reinkommt möglichst.

00:11:28: Aha!

00:11:29: Hier bin ich richtig, hier fühle ich mich wohl sein Das hören wir ganz oft dass es genau so ist.

00:11:36: Dennoch müssen die Eltern natürlich erst mal üben loszulassen.

00:11:41: angesprochen eben.

00:11:42: Eltern, wenn sie ihr Kind fünf Jahre Tag einen Tag auspflegen dann weiß ich ganz genau jedes Augenzwinkern zu deuten und jedes Husten alles möglich jede Handbewegung Und dann innerhalb eines einstündigen Übergabegespräch mit Ich nenne Sie jetzt mal Schwester Nina Zu erklären so und so musst du dies tun Nachtsdies die Medikation Die pürierte Kost oder was auch immer.

00:12:07: Ich schreibe dir das hier mal alles auf und wir reden jetzt mal eine Stunde drüber.

00:12:10: Und tschüss, ich bin dann mal weg!

00:12:12: Ich brauche jetzt meine Auszeit.

00:12:13: wenn jetzt meine Woche an der Ostsee.

00:12:15: Du machst das schon du siehst mir auch sympathisch aus.

00:12:17: Hier ist mein Kind bitte schön Das funktioniert eben nicht und deshalb war uns auch so wichtig dass die Eltern hier mit wohnen können und beim ersten Aufenthalt sogar müssen.

00:12:28: Wir sagen, das ist uns ganz wichtig!

00:12:29: Wir wollen euch kennenlernen als Familie, wir wollen Vertrauen zu euch aufbauen und umgekehrt genauso.

00:12:34: Es muss relativ kurz gelingen dass ihr auch zu uns ein Vertrauensverhältnis aufbaut damit wir uns eben auch so um dein Kind kümmern können wie du es für richtig hältst ne?

00:12:43: Und dazu muss man sich aber kennen lernen.

00:12:46: Deshalb ist der erste Aufenthald immer pflichtmäßig für die ganze Familie und sie können dann auch wiederkommen Aber Sie müssen nicht.

00:12:52: Wie weiteren Aufenhalte können dann auch mal so sein, dass die Eltern sich mal für ein paar Tage verabschieden oder auch mal ganz weg bleiben.

00:12:59: Wenn das Vertrauen eben da ist aber es braucht ein bisschen und wir erleben das oft als Eltern hierher kommen und nach ihrem Aufenthalt sagen, oh wir waren am Anfang ein bisschen störrisch und komisch zu euch ne?

00:13:10: Aber wir haben hier gelernt loszulassen!

00:13:12: Das mussten wir erstmal lernen.

00:13:13: Wir pflegen unser Kind wie sagt fünf Jahre und dann sollen auf einmal nichts mehr tun den wir vorher noch nie gesehen haben, ist schon schwierig.

00:13:24: Aber das ist eben die Aufgabe und das gelingt uns ganz gut.

00:13:29: Und ja, das Schöne ist dann natürlich wenn Eltern das zweite, dritte, vierte Mal zu uns kommen und wirklich schon in die Tür kommen und sagen hier ist unser Ersatz zu Hause.

00:13:39: was hat sich verändert seit dem letzten mal?

00:13:41: Das ist eigentlich nicht viel dieses Unionis.

00:13:43: Hallo!

00:13:44: Schwesternina da bist du ja wieder oder umgekehrt.

00:13:47: Das ist schon toll.

00:13:48: Ja und so soll es auch sein und das ist auch so.

00:13:51: Ja, schön.

00:13:52: Euer Sohn Noa wurde zweitausendfünf geboren.

00:13:57: Hat euch in dieser Situation diese Lehrstelle die es damals für ihr gehabt habe aufgezeigt und ja dann ultimativ dafür gesorgt dass es diesen Ort jetzt heute gibt.

00:14:09: Noa ist inzwischen leider verstorben aber diesen Ort gibt es immer noch und du hast diesen Ort damals ins Leben gerufen als ihr ... gepflegt hat.

00:14:22: Ja?

00:14:22: Woher hast du die Hoffnung genommen und die Kraft genommen?

00:14:26: oder woher habt ihr als Familie die Kraft genommen, wir kümmern uns nicht nur um unser... in Anführungszeichen!

00:14:33: Nicht nur um unseren pflegebedürftiges Kind sondern drehen das Rad jetzt größer und schauen was kanns, was.

00:14:42: es ist ja ein Geschenk für andere betroffene Familien dass ihr hier geschaffen habt.

00:14:47: Woher hasst du diese Hoffnung und Kraft genommen?

00:14:51: Also das werde ich oft gefragt und dann nachher nein, muss ich oft sagen.

00:14:54: Ich weiß auch nicht mehr wo ich... also die Hoffnung war ja auf jeden Fall da aber wo die Kraft auch herkam, ne?

00:15:00: Das ist ja nicht ganz wenig kraftsehrend gewesen.

00:15:02: Also ich hatte ja einmal diese Situation rund um meine eigene Familie mit drei Kindern unser jüngster Sohn sehr schwer pflegebedürftig das ganze Familienleben dieses anstrengende.

00:15:12: Dann war natürlich auch noch irgendwo im Job unterwegs Und habe dann ja mit einigen Mitstreitern, die wir dann um uns geschad haben.

00:15:21: Komplett fünf Jahre ehrenamtlich das hier aufgebaut und es wurde ja von null auf fünf Millionen Projekte.

00:15:27: also es war ja doch auch sehr intensiv und es kostete einfach Zeit Nerven und auch im Geld und wir mussten sehr viel Geld sammeln.

00:15:35: Ich hatte immer die Hoffnung dass das was wird.

00:15:41: Letzten Endes.

00:15:42: bei mir persönlich ist es auch der persönliche Glaube.

00:15:44: Ich bin in einem christlichen Elternhaus groß geworden und auch ein durchaus gläubiger Mensch, mein Vater war Pastor an einer Freikirche Und ich bin grundsätzlich auch mit diesen Gedanken groß geworden also auch mit diakonischem Denken und Handeln für andere da zu sein.

00:15:57: Also das war mehr nie so fremd.

00:16:00: aber dennoch war das natürlich jetzt in dieser konkreten Situation also erst mal.

00:16:05: Wir hatten zwei gesunde Kinder.

00:16:07: Es war alles ganz normal, unser Leben fühlte sich an wie ganz normal.

00:16:12: Unser drittes Wunschkind kam und zack.

00:16:14: auf einmal, als er dann geboren wurde mit seiner sehr schweren Behinderung – es war wirklich ein kompletter Pflegefall – hat sich das natürlich alles total gedreht und verändert.

00:16:24: Da kann man schon mal die Hoffnung an den Glauben auch und an verschiedene andere Dinge im Leben verlieren.

00:16:30: Das ist schon so!

00:16:31: Und ich weiß ganz genau dass viele Menschen uns immer wieder versucht haben Mut zu machen, schon vor der Entbindung war.

00:16:37: kurz vorher waren so ein paar Anzeichen von da könnte irgendwas sein.

00:16:40: Aber nee doch nicht.

00:16:41: die Ärzte haben eigentlich dann gesagt wird schon und ich hatte auch da die Hoffnung dass alles gut wird.

00:16:46: in dem Fall ist es anders geworden.

00:16:49: aber das ist ja jetzt auch eine sehr interessante Frage habe ich damals die hoffnung verloren auf etwas was sich mir vorgestellt hat was aber nicht eingetreten ist?

00:16:58: am Ende oder sollte womöglich etwas viel größeres draus entstehen?

00:17:01: Was jetzt meine sich der Dinge ist.

00:17:04: Also ich glaube schon, dass uns der liebe Herrgott den Noah so in die Wiege gelegt hat wie er eben sein sollte.

00:17:11: Er war ein geliebtes Kind und gut und richtig.

00:17:14: und wie alt und wie lang und wie gesund ein Mensch ist das ist ja.

00:17:18: wer will denn das beurteilen?

00:17:20: Ich sage immer jeder Mensch lebt auf dieser Welt zu hundert Prozent aber wann die Hundert prozent erreicht sind mit vierzehn Jahren wie im Fall unsere Sohnes oder meine Schwester wurde fünfzig mein Vater zwanzig.

00:17:33: Wie alt ich werde, weiß ich nicht.

00:17:35: Aber wir haben alle hundert Prozent Lebenszeit, wo man diese Uhr abläuft – das wissen wir alle nicht!

00:17:40: Aber umso wichtiger ist doch, dass wir jedes Leben so wie es ist dankbar hinnehmen und auch etwas draus machen und jeden Tag genießen, an dem man gesund ist und mitgestalten kann.

00:17:51: Also das war jetzt glaube ich ein kleiner Ausflug ne?

00:17:53: Und eine Frage war weit weg.

00:17:56: aber die Hoffnung, dass das hier was wird, die hatte ich eigentlich immer.

00:18:02: Erstaunlicherweise habe ich die auch nie verloren.

00:18:05: Ich, im Nachhinein muss ich fast sagen erstaunicherweise, weil es genug Menschen gab, die mir auf dem Weg gesagt haben lass es doch!

00:18:11: Du verrennst dich da das gibt's noch nicht.

00:18:14: so was gibts in ganz Deutschland?

00:18:16: nicht so ein Haus und wer finanziert denn das?

00:18:18: Und was willst du den für ein Haus kaufen?

00:18:21: mit welchem Geld?

00:18:22: Wir haben noch gar kein Geld als kleiner Verein, den wir damals gegründet hatten.

00:18:26: Es gab genug Gründe zu sagen wir hören auf wir lassen dass das doch aussichtslos oder vielleicht auch hoffnungslos.

00:18:34: Aber umso schöner ist es doch all diesen Leuten und Kritikern zu sagen siehst du, wenn du für eine Sache brennst und immer weitermachst und auch hinter Türen guckst wo du nicht genau weißt was verbirgt sich da?

00:18:46: Und wie geht womöglich ein Weg weiter?

00:18:49: Das ist doch wunderbar!

00:18:50: Auch diesen Leuten ist dann letztendlich zu zeigen im positiven Sinne zu sagen hey es lohnt sich in diese Welt ein bisschen Hoffnung zu tragen und auch mal mit gewissen Dingen einfach mal anzufangen.

00:19:02: Vielleicht nicht immer wohl wissen, wo es hingeht aber das Gute im Sinn zu behalten und wirklich weiterzugehen und zu machen.

00:19:09: Und da glaube ich liegt wahnsinnig viel drin verborgen denn es geht viel mehr als viele Menschen glauben.

00:19:16: Ich glaub wir in Deutschland sind mittlerweile so konditioniert dass wir irgendwie ständig nur meckern über Dinge die nicht so gut laufen Aber haben es irgendwie komplett verlernt, mal positiv die Dinge auch verändern zu wollen?

00:19:30: Mit einer gewissen Hoffnung.

00:19:31: Dass das gut wird und es ist ja auch in den Nachrichten so... Wenn ich die Nachrichten habe, dann sehe ich Christia eine Krise aufgrund der Krisen dieser Welt weil du Christia nur negative Nachrichten um die Ohren gehauen.

00:19:42: Und das konjunktioniert dich auch irgendwie.

00:19:43: Das macht dich destruktiv und das finde ich sehr schade, wir sollten alle mal wieder lernen ein bisschen konstruktiver um durch die Welt zu gehen mit der Hoffnung auf positive Veränderungen.

00:19:53: Ja und mit einem Verständnis von Hoffnungen dass du ja auch hier vermittelt bist, dass Hoffnung kein Selbstläufer ist also dass man Hoffnung... Dass man auch was tun kann und dann vielleicht auch muss dafür dass eine bestimmte Zukunft sich entwickeln darf statt dazu sitzen und einfach nur sich darüber zu beschweren, wie es heute ist.

00:20:13: Was alles besser laufen könnte?

00:20:14: Ja und ich glaube jeder kann viel mehr und Dinge erreichen die einen dann auch wieder antreiben zu neuen Dingen das macht ja auch Mut und Hoffnung auf mehr.

00:20:23: also wenn man einmal ein Erfolgserlebnis hatte dass man aus wenig viel machen konnte dann macht das doch mut mehr zu machen und auch andere davon anzustecken.

00:20:31: Also wir merken das hier auch im Kupferfilm viele ehrenamtliche Helfer und Unterstützer die auch alle sich irgendwie anstecken lassen von einer guten Sache.

00:20:41: Also hätten wir damals oder ich damals die Hoffnung aufgegeben, dass das hier überhaupt entstehen mag dann gäbe es viel weniger Leute aus der unmittelbaren Umgebung und Nachbarschaft, die dieses Gute mitmachen.

00:20:55: gerade und das finde ich schön.

00:20:57: also das zu potenzieren und zu sagen hey wir können auch andere Leute mitreißen mit einer guten

00:21:02: Ja, ein Gedanken den du gerade geäußert hast finde ich sehr schön und wertvoll.

00:21:06: Dieses jeder lebt sein Leben zu hundert Prozent oder jedes Leben ist zuhundert Prozent gelebt egal wie es aussieht oder ob man gesund ist oder ob mit einer Behinderung auf die Welt gekommen ist oder sie einen später trifft und dieses Leben wertzuschätzen in dieser Hundertprozentigkeit und auch zusehen das auch in einem Leben dass von Pflege oder von Behinderung, von Krankheit begleitet wird auch eine ganz tiefe Lebenskraft und Lebensfreude liegt.

00:21:38: Ich finde das ist etwas was man hier sehr stark merkt Was mir früher... ich glaube das war vielleicht eine der Dinge die mir das Leben mit dieser damals für uns ja neuen Situation dass ich jetzt selber pflegende war und also mein Mann pflegebedürftig war.. Ich fand es immer ganz ganz schwierig damit umzugehen dass plötzlich von außen viele Menschen, nicht alle aber viele Menschen spiegelten um Gottes Willen.

00:22:05: Was für ein schreckliches Schicksal.

00:22:07: oder auch das ist die schlimmste Geschichte, die ich je gehört habe?

00:22:11: Oder du Arme und ich wollte mal sagen, nee so ist es nicht!

00:22:15: Also natürlich hätte ich's mir anders gewünscht, natürlich hätte er sich das anders gewinnt bis heute.

00:22:20: Aber dieser Umgang mit Krankheit oder auch Behinderung finde den Anders zu wert schätzen ist etwas, was mir wenn wir auch über Pflege reden.

00:22:31: Auch in unserer Gesellschaft etwas, das ich mir oft mehr wünschen würde wie... Das ist jetzt keine Frage in dem Sinne aber hast du dazu vielleicht Gedanken die du teilen magst?

00:22:42: Ja das ist ja ganz interessant was du sagst.

00:22:44: also das ist ich meine die allermeisten Menschen stellen sich ja dass ideale Leben mit Glück, Gesundheit, Reichtum finanzieller Unabhängigkeit vor oder so.

00:22:55: Das ist das, wonach jeder strebt und das ist dann das große Glück.

00:23:00: Alles andere ist irgendwie wie ein Markel eine Krankheit, eine Behinderung oder weniger Geld zu haben.

00:23:09: Totaler Irrtum.

00:23:11: Gerade wenn man mal in Kinderhospizen oder so unterwegs ist, was ich auch viel bin und war da lernste Menschen kennen die haben durchaus sehr viel Geld aber wenn sie dann merken dass die Tochter der Sohn stirbt und der Vater oder die Mutter feststellt Ich kann mit all meinem Geld eben jetzt hier grad gar nichts mehr anrichten!

00:23:29: Ich bin machtlos.

00:23:31: dann lernt man das Leben und all das, was da an Positiven ist ganz anders kennen.

00:23:36: Also unser Sohn hat uns mit sein... also wie ich das eben schon sagte jeder Mensch hat auf dieser Welt hundert Prozent Lebenszeit.

00:23:45: Unser Sohn lebte vierzehn Jahre und ich bin davon überzeugt dass unser Sohne ein relativ glückliches Leben gelebt hat.

00:23:52: er hat wahnsinnig viel gelacht in seiner Schwachheit und er hat letzten Endes sehr viel bewegt.

00:24:00: letzten Endes ist er die Triebfeder ja auch gewesen für mich als sein Vater etwas zu tun.

00:24:05: Für andere Kinder mit Bünderung oder Familien, die dieses Schicksal mittragen.

00:24:10: und auf der Trauerfeier, als er dann gestorben war hatte zum Beispiel mein Schwager das tiefe Bedürfnis etwas sagen zu wollen und wollte sagen ich habe so viele reiche Säcke, sag' ich jetzt mal, im Leben kennengelernt Geschäftsleute, die meinen sie wären die größten die wichtigsten Menschen und so viele wichtige Meetings, um was für Themen auch immer es ging.

00:24:31: Und jetzt haben wir hier... sind wir auf der Trauerfeuer von Noa, vierzehn Jahre an der Kontezeit lebensgemessen an diesen anderen Menschen gar nichts!

00:24:40: Er war nur nur Pflegefall.

00:24:41: Er hat immer nur Geld gekostet.

00:24:43: er hat auch nie in seinem Leben die Chance gehabt noch ein Cent Geld zu verdienen und zurückzuzahlen In die Sozialsysteme oder in die Gesellschaft wie auch immer.

00:24:52: aber er hat viel mehr bewirkt als viele dieser Typen, die mir erzählen wollen wie das Leben funktioniert.

00:24:59: Ja und das zeigt so ein bisschen man kann auch von Schwachheit und von Menschen mit Binderung oder durch Krankheit wahnsinnig viel lernen.

00:25:08: und letzten Endes jetzt könnten wir dann religiös weiterreden ist ja die Frage Ist denn dass eigentlich alles was du hier auf dieser Welt erlebt oder gibt es danach noch etwas?

00:25:18: Ja das ist dann eine religiöse frage fast oder wie auch immer glaubensfrage.

00:25:24: Ich bin davon überzeugt, dass wir alle irgendwie ewig leben oder eine Chance haben.

00:25:30: Aber das ist schon sehr tiefgehend deine Frage mit... Das musst du ja auch für dich.

00:25:38: Du wirst für dich ja auch erkannt haben was du jetzt aus diesem Schicksal.

00:25:42: Du hast es ja auch erlebt wie wir auch was man daraus zieht und an positiven Dingen auch lernt.

00:25:49: Und ich glaube schon, dass viele Menschen sehr viel Positives lernen wenn sie mal die andere Seite dieses Glücks, das augenscheinliche Glücks erlebt haben.

00:25:57: Pflege, Krankheit, Behinderung ist nicht immer nur Trübsal und Negativität sondern ich glaub man lernt das Leben einfach auf eine ganz andere Weise von einer anderen Seite kennen und es hat auch sehr sehr viel Gutes.

00:26:10: Ich kann nur sagen wie gesagt unser Sohn hat seine hundert Prozent Lebenszeit mit sehr viel Lachen, mit sehr viele Freude.

00:26:17: Mit sehr viel Freundlichkeit und mit sehr vielen Zuwendungen erlebt.

00:26:22: Seine Geschwister, sein Bruder und seine Schwester haben ihn abgöttisch geliebt.

00:26:27: Das hat er auch gespürt und hat das auch irgendwo zurückgespiegelt.

00:26:32: Obwohl er eben wie gesagt ein Mensch war der immer auf andere angewiesen war und nie hätte Geld verdient im Leben.

00:26:39: aber ist das eben alles?

00:26:41: Ist das unser Maßstab?

00:26:43: Das kann es ja nicht sein, oder?

00:26:44: Ja.

00:26:45: Also in der Pflege ist es ja häufig so dass da drüber gesprochen wird wie viel kostet dieses und wieviel kostet jenes?

00:26:51: Und wenn man pflegebedürftig ist muss man um alles kämpfen was einem das Leben irgendwie erleichter sei es ein Duschhocker oder einen Rollstuhl Oder eine Treppensteighilfe oder was auch immer.

00:27:02: Man muss sich diese Freiräume ja häufig erkämpfen weshalb ich wieder auf diesen Ort zurückkommen möchte.

00:27:07: das Ist ja ein riesengeschenk für Familien betroffen.

00:27:12: So stelle ich mir das vor, dass so ein Ort gibt indem man reinkommt und es gibt erstens dieses Umfeld, dass das versteht und zweitens auch die anderen dabei helfen dann bestimmte Unterstützung zu bekommen weil ihr ja auch Beratungen wenn ich es richtig verstanden habe auch für Eltern anbietet psychologische Unterstützung.

00:27:33: Ich weiß noch damals als ich das erste mal gefragt wurde ob ich dann überhaupt psychologischen Unterstützung hätte da war mein Mann schon ein Jahr Arbeitsunfähig.

00:27:41: Und ich hatte das immer so, mach dachte ja, ach, wie man halt so hier konditioniert verteilen will, halte durch.

00:27:49: So

00:27:50: stell dich mich an!

00:27:50: Du bist

00:27:52: ja nicht krank und so... Man ist ja selber nicht krunk, man ist ja selbst nicht pflegebedürftig.

00:27:57: aber dieses Pflegen, dass so schöne Momente es dann im Angesicht einer solchen Situation auch geben kann.

00:28:03: Ich finde weil du vorhin auch sagtest ein großes Thema.

00:28:07: Ich finde eines dieser Geschenke, diese Erfahrung ist plötzlich differenzieren zu können zwischen dem was wichtig ist für einen selber und dem was nicht wichtig ist oder auch mal wieder im Moment zu sein.

00:28:20: Man muss ja auch wenn es darum geht zu schauen was braucht jetzt dieser andere Mensch?

00:28:24: Vielleicht fehlt da die Kraft oder die Fähigkeit sich auf eine Art und Weise zu äußern Wie wir uns jetzt zum Beispiel unterhalten, es gibt ja ganz viel nonverbale Kommunikation.

00:28:35: Das was du vorhin sagtest wenn man als Eltern fünf Jahre lang jeden Tag sein Kind pflegt und dann lernt man jede Augenbewegung jeder Handbewegungen und weiß was das bedeutet?

00:28:48: Dann ist das ja auch finde ich auch im Zwischenmenschlichen ein großes Geschenk was einem dieser andere Personen geht.

00:28:59: Ja absolut Kann ich dir nur zustimmen.

00:29:02: Und ... Ich finde das auch, also natürlich wünscht sich keiner eine Krankheit oder ... Nein,

00:29:07: du Gottes Wille nein!

00:29:08: Oder

00:29:08: ist ... Ich find es auch völlig legitim, sich zu wünschen, möglichst ein langes glückliches gesundes Leben zu führen.

00:29:14: Ja?

00:29:15: Also mein Ziel ist es auch oder mein Wunsch?

00:29:18: Meiner auch.

00:29:19: Achtzig- oder neunzig zu werden möglich mit langer Gesundheit.

00:29:22: Genau und ich ... So aber auf der anderen Seite Es ist ja alles kein Automatismus und Freude und Leid.

00:29:31: Ich kann ja auch gar keine Freude empfinden, wenn ich nicht auch Leid kenne.

00:29:35: Das gehört ja zusammen!

00:29:36: Es braucht nicht immer nur das vermeintliche Glück im Sinne von Geld, Wohlstand – alles ist in Ordnung, sondern wenig ist manchmal auch mehr und oder wenig.

00:29:47: es kann auch ganz viel sein.

00:29:49: Und das erdet alles.

00:29:50: also auch eine Erfahrung, eine Grenzerfahrung, wenn die Gesundheit mal abhanden kommt.

00:29:54: Da werden ganz andere Dinge offenbar und das finde ich schon auch wunderbar.

00:29:59: oft.

00:30:00: Und was du von sagst, die Eltern kommen wirklich hierher und empfinden das als sehr großes Glück.

00:30:05: Einfach mal in den Kupferhof kommen zu dürfen um mal eine Woche... Es geht immer mindestens sieben Tage bei uns.

00:30:12: Maximal vier Wochen im Jahr, achtundzwanzig Tage einfach hier sein zu dürfen.

00:30:17: Und tatsächlich haben wir schon oft gehört, eine Woche Kupfwurf ist wie drei hintereinander gehängte Karibikurlaube für andere Menschen oder so.

00:30:25: Das ist ein großes Glück hier seinzudürfen Das finde ich schön.

00:30:29: Und das macht unheimlich viel Freude auch, dieses Glück dieser Familie mitzuerleben.

00:30:34: hier sein zu dürfen, mal raus aus ihrem Pflegealltag – das finde ich ganz toll!

00:30:41: Das klingt nach einer sehr, sehr sinnvollen Tätigkeit.

00:30:43: Ja total!

00:30:44: Weil wir was offensichtlich an Sinn ziehen können?

00:30:46: Ja absolut!

00:30:48: Wir machen das ja alles irgendwie in einer Unternehmung die gemeinnützig unterwegs ist also... Wir haben hier nicht die Erwartung, große Aktionäre zu befriedigen oder Renditen zu erzielen mit dem was wir tun.

00:30:59: Sondern wir wollen schauen dass wir das irgendwie hinkriegen.

00:31:02: finanziell.

00:31:02: leider müssen wir auch sehr viel Spenden sammeln.

00:31:05: es ist noch nicht so gut finanziert aus den öffentlichen Töpfen wie sein könnte aber das machen wir und der große Antrieb ist aber eben nicht Geld zu verdienen sondern wirklich eine sinnstiften Arbeit zu tun wirklich jeden Tag das Gefühl zu haben du machst was richtig schönes Man hilft.

00:31:23: Und das ist natürlich in meinem Fall einfach begründet durch die persönliche Betroffenheit, ne?

00:31:27: Ich bin in diese Situation gerutscht eben durch unseren Sohn und deshalb ich hatte von diesem Thema Kind, Behinderung, Familien, die darunter leiden unter so einem Pflegezustand, hatte ich ja gar keine Ahnung aber ich bin nun mal selber in dieser Situation ja gebracht worden oder gerutszt und somit hat sich für mich ein völlig neues Fenster geöffnet und auch darüber bin ich im Kern dankbar.

00:31:53: Ja, verstehe ich gut!

00:31:54: Das

00:31:54: hätte man mir damals nicht sagen dürfen.

00:31:56: Jetzt sei mal dankbar dass du jetzt dieses Kind so hier in die Wiege gelegt bekommen hast.

00:32:00: Mach doch was draus, da hätt ich immer gesagt bist ja irre.

00:32:03: Klingt doch ein bisschen nach Befehl.

00:32:05: Es geht gar nicht, kann ich auch nicht und ich finde das jetzt auch grad mal ziemlich blöd und ich will das so nicht.

00:32:10: Heute sage ich es war schon irgendwie gut und richtig so.

00:32:16: Und es war auch letzten Endes ein schönes Leben mit unserem Sohn.

00:32:20: Da war viel tragisch dabei und viel Pflege, und viel Tränen auch.

00:32:24: Und viel... Ja das kann man sich ja vorstellen!

00:32:27: Aber unterm Strich war es schön oder ist es schön so wie's ist was auch draus geworden ist?

00:32:34: Es ist ja viel mehr rausgeworden

00:32:36: als

00:32:36: nur ihr habt jetzt ein Kind mit Binderungen.

00:32:39: Äh nee da genau.

00:32:41: Ja absolut.

00:32:42: Also darüber bin ich letztendlich sehr dankbar.

00:32:46: wenn Menschen sich wirklich in einer Situation sehen die zunächst relativ düster erscheint oder aussichtslos, Leute gebt nicht auf.

00:32:56: Gebt die Hoffnung nicht auf!

00:32:59: Ihr könnt was draus machen und ich glaube wirklich wenn man sich da zusammentut auch mit den richtigen Leuten, die auch Lust haben aus dieser Situation vielleicht etwas Positives zu verändern.

00:33:10: Ich bin mir ganz sicher Das ist möglich Und das macht wahnsinnig viel Freude auch Aus einer Situation irgendwann sagen zu können Das war hart, ne?

00:33:23: Aber was haben wir draus gemacht.

00:33:24: Ist das nicht toll?

00:33:26: Das macht doch Mut!

00:33:27: Und ich kann es für mich sagen... Wir waren in einer sehr aussichtslosen Situation oder also in niederdrückenden Situationen und heute muss ich sagen ist es gut und richtig so, dass alles passiert ist im Leben.

00:33:41: Ja aber auch wie wichtig meinst du ist es dann eben auch durch eine Trauer durchzugehen die man ja fast nutgedrungen empfindet darüber Das Leben sich nicht so entwickelt, wie man in dem Moment, indem man mit einer Situation konfrontiert wird das erste Mal.

00:33:59: Bei euch war es ein Kreißsaal bei uns war das anders.

00:34:03: aber ich finde dieser Moment, in dem ich übrigens auch das erste mal wirklich bewusst die Kraft der Hoffnung verspürt habe, war der Moment als ich verstanden habe dort die Zukunft, die du dir gerade vorgestellt hast bisher, die ist grade blank Die ist schwarz und dunkel also Die hatte eine ganz konkrete Farbe, nämlich schwarz.

00:34:26: Und unbeschrieben auf einer Art und Weise.

00:34:29: Da habe ich gemerkt, Hoffnung ist zu einem gewissen Grad vielleicht auch eine Entscheidung für mich zumindest.

00:34:36: Geil das!

00:34:38: Für wie wichtig hält es das?

00:34:40: Dass man einen Rahmen gibt eben auch für diese Trauer... ...und dass man dann am Ende sagen kann, dann geht da durch Und man sieht das Leben halt in so allen seinen Facetten.

00:34:47: Mit dieser Gleichzeitigkeit, dieser Freude der Trauer auf der anderen Seite Momente, in denen das Kind lacht im nächsten Moment ist man müde und weiß gerade nicht weiter.

00:34:58: Also Trauer muss bewältigt werden und die gehört auf jeden Fall zu gewissen Prozessen natürlich dazu.

00:35:04: Ich muss diese Trauer wirklich durchleben.

00:35:06: Das ist glaube ich schon ganz wichtig da irgendwas zu verdrängen.

00:35:10: Das kann

00:35:10: dann

00:35:11: schwierig werden aber Man erlebt Dinge, die ein traurig machen.

00:35:18: Das ist ja Trauer und man muss das aber überwinden und bewältigen und es auch bewusst aber erleben.

00:35:26: Und ich bin mir ganz sicher dass nach der bewältigten Trauer immer Hoffnung wieder neu aufkam zu neuen Wegen, zu neuen Perspektiven usw.

00:35:37: Das Leben isst nicht nur Glückseligkeit.

00:35:43: traurige Momente, trauernde Momente gehören zum Leben dazu.

00:35:48: Und ich glaube es ist wirklich wichtig sie gut und richtig zu durchleben auch hier und damit Unterstützung das ist auch wichtig aber die Trauer auszuleben wirklich traurig zu sein und es auch sichtbar zu machen dass es richtig legitim und gut und es gehört dazu und danach kann aber wieder etwas neues gesundes entstehen.

00:36:11: Das ist natürlich immer schwierig, also in dem Moment wo die Trauer ganz groß ist.

00:36:17: Wo jemand stirbt, wo man jemanden in den Tod begleiten muss, wo das so konkret ist dann kann man jetzt schwerlich daherkommen und sagen nur halb lang mit deiner Witze schon wieder?

00:36:28: Das ist nicht richtig!

00:36:30: Das muss man richtig durchwandern, dieses Tal der Tränen.

00:36:35: Aber ich bin mir sicher nach jeder Talsule kommt auch wieder der Anstieg auf ein Berg und dann kommt man vielleicht sogar mal wenn man jetzt das Bild von den Alpen hat oder so über die Wolken da scheint auf einmal wieder die Sonne.

00:36:48: Und wenn man dann auf so einem Berg steht und rückwärts schaut und wieder ins Tal guckt und dann mal betrachtet, guck mal da unten in dem Tal waren wir!

00:36:56: Jetzt sind wir aber wieder hier auf diesem Berg.

00:36:59: Dann hat man so ein bisschen sich einen Überblick verschafft und dann geht es wirklich im wahrsten Sinne auf zu neuen Perspektiven.

00:37:06: Und also Trauer, zu erleben und zu durchleben ist gut und richtig in guter richtiger Weise – ist zulassen zu trauern aber auch die Hoffnung zulassen und sich öffnen für diese Hoffnung etwas Neues wieder anzugehen.

00:37:21: Das mag jetzt vielleicht ein bisschen theoretisch klingen und gerade für Menschen die mitten in der Trauer sind das immer etwas schwierig.

00:37:29: Aus meiner Perspektive kann ich nur sagen, ist es gut und richtig so das zu erleben.

00:37:36: Es ist ja auch nicht so dass man sein Kind mit dem man ja gelebt hat oder seinen Mann oder den Menschen, denen man verloren hat, dass man das vergisst und abhakt.

00:37:46: Das bleibt der Teil des Lebens Und das bleibt ein positiver Teil.

00:37:50: Es bleibt einen Teil der Trauer Aber es bleibt immer komplett Teil des Leben.

00:37:56: Und wenn es auch in Richtung neue Perspektiven geht, dann wird das immer Teil des Lebens bleiben.

00:38:02: Die Phase mit diesem Menschen oder mit dem Leid und alles was man da rückwirkend betrachten kann und von daher werden Puzzleteile des eigenen Lebens bleiben und immer sein an die man sich auf positive Weise zurückerinnert und auch auf negative Weise.

00:38:20: aber ich glaube ein erfülltes Leben Gepaart mit der Hoffnung, immer wieder neue Dinge erleben zu dürfen und auch neue Perspektiven zu eröffnen ist unterm Strich dann am Ende auch ein erfülltes Leben.

00:38:31: Mit all den Dingen auf die man zurückschauen kann, positiv wie negativ.

00:38:36: Ist das etwas eine Erkenntnis, die du vorher auch gehabt hättest?

00:38:39: Ich sag jetzt mal, Zweitausendvier durch deine eigene Prägung oder meinst du, dass es...

00:38:44: Das ist auch gewachsen bestimmt!

00:38:46: Also als junger Mensch hätte ich natürlich auch die Hoffnung gehabt, ich erlebe Trauer nie Und ich möchte das auch nicht und das Leben geht immer nur in Richtung Glückseligkeit.

00:38:55: Das ist ja so der Wunsch von einem glücklichen Leben, da findet eigentlich Trauer in einer Lebensplanung natürlich überhaupt gar keinen Platz.

00:39:05: Also niemand würde jetzt seine Leben... also nach dem Motten mal ein glückliches Leben hier auf, dann würde keiner irgendwie rein mal zehn Jahre Trauer oder irgendwie sowas.

00:39:14: Ja, das stimmt!

00:39:15: Das

00:39:15: passiert ja nicht.

00:39:16: Das will man ja nicht.

00:39:17: Das heißt aber nicht, dass die Trauer, die man dann womöglich doch erlebt hat rückwärts betrachtet immer nur die schlechtesten Zeiten waren.

00:39:26: Sondern da kann man auch viel Positives drausgezogen haben und vor allen Dingen für die Zeit nach dieser Trauer extrem viel mitgenommen haben.

00:39:34: Aber voraussehen möchte man Trauer nie!

00:39:38: Ja

00:39:39: das klart man gar nicht ein.

00:39:40: Kann ich bestätigen?

00:39:43: Das stimmt inwieweit... ist das Thema Erlaubnis jetzt auch, wenn ihr mit den Eltern hier zu tun habt.

00:39:49: Erlaubnislost zu lassen und wie weit ist das ein Thema?

00:39:55: Ich frage deshalb sollte ich vielleicht erklären weil als Pflegende ist man ja selber erstmal gesund.

00:40:03: Weil mein Eltern ist oder weil mein Ehepartner ist oder war mein Kind ist eines pflegebedürftigen Elternteils oder so dann ist man erst mal hängt man so bisschen mit in diesem Schicksal und nimmt das dann ja auch als ein eigenes Ahn, wenn da jemand ist der im Nahe steht.

00:40:20: Ich sag jetzt mal in unserem Fall mit meinem Mann, der sagt du bist nicht krank bitte mach mich nicht dafür verantwortlich dass du leidest in deinem Leben weil ich bin für mein Leben so weit verantwortlicht und du bist für deinen Leben verantwortlicher und du hast dann auch bisschen die Verantwortung vielleicht auch so ein bisschen diese Gedanke Das, was du vorhin gesagt hast.

00:40:42: Dass man das Leben dann auch genießt in dem Moment.

00:40:44: Dass es gut läuft und dass man das geniesst.

00:40:46: Ja

00:40:46: total.

00:40:46: Dann kann man immer noch mit Herausforderungen umgehen die einem das Leben bietet aber... ...dass man dann wirklich sagt okay jetzt dieser moment ist gerade richtig und gut!

00:40:55: Und daraus mache ich jetzt was.

00:40:58: Also ich glaube nicht, dass dich derjenige so wie du die Situation rund um deinem Mann beschreibst.

00:41:02: Ich glaube schon, dass ich das so verstanden habe, dass er sich wünscht, dass du ein glückliches Leben für's.

00:41:07: dass er nicht noch das Gefühl zusätzlich hat, er zieht auch noch dich mit runter.

00:41:11: Und es kann ja passieren, dass derjenige Mensch, der jetzt eben durch Krankheit leiden muss, auch noch andere Menschen mit runterzieht in Tristesse und

00:41:21: Leid

00:41:21: usw.,

00:41:22: verständliche.

00:41:23: Genau!

00:41:24: Das kann man verstehen.

00:41:24: aber das möchte dieser Mensch wahrscheinlich nicht und so habe ich das auch verstanden bei dir und ich glaube das ist auch richtig.

00:41:29: Natürlich sollte man diesen Menschen immer signalisieren oder seinem Kind, oder seinen pflegebedürftigen Partner wie auch immer.

00:41:34: Ich bin an deiner Seite, ich bin immer für dich da!

00:41:37: Aber auf der anderen Seite auch sich und sein eigenes Leben Und auch ein glückliches Leben Auch ein Leben was Freude macht und wo man auch mal herzhaft lachen dafür Was auch immer das Wünscht sich sowohl der eine Wie und es sollte auch der andere so leben dürfen.

00:41:51: und ganz klar und ich meine hier erleben wir viele Eltern die wirklich sehr mitgenommen sind von ihrem Schicksal und die sich wirklich über die Maßen in der Pflege ergehen und auf gehen.

00:42:05: Und da versuchen wir eben auch wirklich a zu helfen, sie psychologisch zu unterstützen.

00:42:11: Dass Sie Hilfe bekommen wirklich in verschiedenen Situationen und wir auch Ihnen helfen wieder Freude im Leben zu entdecken, neu zu leben.

00:42:22: Und das hören wir auch ganz oft durch den Aufenthalt hier bei euch am Kupferhof – haben wir das Leben neu geschmeckt!

00:42:27: Die sind ja oft in so einem Tunnel, in soem Leben nur noch rund um die Pflege.

00:42:32: soziale Kontakte verabschieden sich.

00:42:35: laden einen vielleicht nicht mehr so gerne ein, weil ja immer irgendeine Absage kommt oder weil irgendwie die Leute im ... Weil du mir ja immer sagst, du kannst nicht.

00:42:42: Du musst bei deinem Mann sein oder du musst bei deinen Kind sein und es geht nicht.

00:42:46: und das geht nicht.

00:42:47: Und dann haben die Freunde auch irgendwann keine Lust mehr dich einzuladen, weil sie immer so nervig ist ne?

00:42:52: Das erleben die und dann begeben sich in so einem Tunnel rund um die Pflege des Kindes oder um diese Umstände und verlieren das Leben auch ein Stück weit.

00:43:00: Verlieren auch Freude!

00:43:03: Womöglich die Arbeit.

00:43:04: und im wahrsten Sinne ganz oft verlieren sie die Arbeit.

00:43:07: Ganz oft geht die Ehe drauf, es gibt sehr viel Alleinerziehende in dieser extremen Pflegesituation Und das ist eine sehr schwierige Situation.

00:43:17: und da auch den pflegenden Angehörigen Hinweise zu geben wie Sie das Leben nicht verlieren oder wie Sie zurückfinden ins Leben Das ist nicht so ganz einfach.

00:43:26: aber wir hören es tatsächlich sehr oft dass hier im Kupferhof einem vermittelt wurde, das Leben wieder neu kennenzulernen.

00:43:33: Mal wieder rauszugehen, mal wieder Menschen treffen, mal ins Theater gehen, Essen gehen, ins Kino gehen und das auch mit in die Häuslichkeit nehmen wirklich mal zu sagen ja auch dieses Leben findet auch wieder Zuhause statt mehr nicht nur am Pflegebett oder nicht nur in dieser Union Tristessituation.

00:43:51: Und von daher empfehle ich nur wirklich da sich zu öffnen Auch neben all dem was man da Gutes tut Am Partner, am Kind wie auch immer in der Pflege.

00:44:01: Aber bitte nicht sich sein Umfeld, die Kinder auf die Geschwisterkinder oder andere Menschen in seinem persönlichen Umfeld zu vergessen.

00:44:07: Sondern auch noch dieses Leben ein Stück weit zu leben.

00:44:11: und dazu gehört natürlich sich zu öffnen auch Hilfe zu holen.

00:44:13: ich kann das oft wahrscheinlich nicht ohne Hilfe.

00:44:16: ja also

00:44:17: entweder Hilfe im Sinne der Pflege dass man sich wirklich pflegeunterstützung holt aus organisiert aber auch psychologisch sich helfen lässt das ist kein marke denn das isst ein schwieriges unterfang es sind große pakete die man zu tragen hat.

00:44:31: Aber sich Hilfe zu holen, diese Päckchen zu tragen.

00:44:33: Das ist mehr als legitim und absolut ratsam.

00:44:39: Ja.

00:44:39: Absolut!

00:44:40: Und das ist nicht einfach, ne?

00:44:42: Aber...das ist ganz wichtig.

00:44:44: Ja ja also auch dieses Recht, dieser Erlaubnis anzunehmen finde ich, dass es zum Beispiel auch etwas was man dann in so einer Situation dann selber gar nicht richtig Hören, geh doch mal raus.

00:44:55: Mach doch mal wieder dieses.

00:44:57: Lass doch mal los!

00:44:59: Ja genau.

00:45:00: Das ist natürlich auch total leicht gesagt von außen.

00:45:04: Und man muss es sicherlich auch üben?

00:45:06: Aber das können die Eltern ja hier.

00:45:07: Das können die Familien hier.

00:45:09: Hier ist wiederum das Schöne wirklich dass wir hier die Möglichkeit schaffen sehr niederschwellig überhaupt ins Gespräch zu kommen.

00:45:15: Zuhause ist oft so.

00:45:16: ich bin vom Pflegealltag so eingenommen Von all den Themen die mich da jeden Tag umgarren.

00:45:22: Alles muss organisiert sein.

00:45:24: Gerade bei Kindern ist es oft so Schulpflege, die müssen sich hierhin gefahren werden und da hingefahren zu Arztbesuchen.

00:45:29: Dann kommt ein Pflegedienst ins Haus dann ist dies, dann stehe ich nachts dreimal auf Ich kann nicht.

00:45:33: Und dann sagt mir noch jemanden jetzt hol dir mal psychologische Hilfe?

00:45:36: Dann sage ich sofort ja erstens krieg' ich gar keinen Termin, den sie alle überlaufen.

00:45:40: Zweitens ist mein Kind dann nicht versorgt während ich da irgendwo hingehe.

00:45:43: Drittens muss ich Seelinscripties machen, ich muss das alles vorbereiten Ich muss darüber reden, ich musste darüber nachdenken Und all das führt dazu dass ich sage ach geht schon

00:45:52: Ja.

00:45:53: Ich komme schon klar und deshalb ist in diesem Alltag zu Hause oft für das kein Platz.

00:45:59: hier im Kupferhof haben die Leute dadurch, dass wir uns um die Kinder kümmern.

00:46:04: Die Familien haben wirklich Zeit hier einfach mal stundenlang Kaffee zu trinken, zu klönen.

00:46:09: Sie lernen ja auch andere Eltern Hier kennen andere Menschen, die das gleiche Schicksal teilen.

00:46:14: Und dann schwuppt die Wupp auf einmal redig über ein Thema wo ich freiwillig nicht unbedingt zu Hause drüber geredet hätte.

00:46:20: Schon gar nicht mit einem Profi, wird ein Zyklon oder so... Hier kommen Themen auf den Tisch niederschwellig.

00:46:26: Ich habe die Zeit beim Lagerfeuer, beim Grillen, wie auch immer anderen Eltern öffnet mich und wir haben ganz oft festgestellt Wow!

00:46:35: Was hast du da erzählt?

00:46:37: Hast du mal über Hilfe nachgedacht?

00:46:39: Da musst du was machen.

00:46:40: Das geht so nicht.

00:46:41: Und da haben wir festgestellt Wir schaffen es nicht, da professionelle Hilfe zu leisten.

00:46:46: Deshalb haben wir jetzt seit ungefähr einem Jahr Eine Psychologenstelle hier geschaffen und wir haben eine Psychologin im Haus, die die Eltern da an der Stelle abholen.

00:46:56: Die einfach sich anbieten hier wo ihr mal Zeit habt.

00:46:59: Wir können mal einen Kaffee trinken, erzähl doch mal!

00:47:01: Und es wird sehr gerne viel angenommen.

00:47:05: Also unsere liebe Mitarbeiterinnen, die wir jetzt seit einem Jahr haben hat sehr viel in positiven Sinne zu tun und kann ganz viel Hilfestellung leisten.

00:47:11: Und kann ihn Eltern dann eben auch Tipps- und Hinweise mit nach Hause geben in die Häuslichkeit.

00:47:16: Die Eltern kommen ja aus ganz Deutschland zu uns, oft haben wir keine direkte Linie dann in die Häuslichkeit aber wir stellen dann Kontakte her und dass die Eltern weitermachen sich das was sie hier durch diese niederschwellige Art sich zu öffnen, sich hier verholen.

00:47:30: tolle Erfahrungen werden damit gemacht.

00:47:32: Ich glaube ich sofort!

00:47:34: Was würde euch helfen eurer Arbeit noch?

00:47:39: leichter finanziert zu bekommen?

00:47:41: oder was sind so die Herausforderungen vor denen hier steht?

00:47:44: Die

00:47:45: Herausforderung, genau.

00:47:46: Wir sind keine Pflegeeinrichtung wir sind ein Haus der sogenannten Eingliederungshilfe.

00:47:49: Offiziell findet ihr eine Maßnahme der Eingehungshilfe statt.

00:47:52: das heißt die Eltern müssen einen Antrag stellen bei der örtlichen Eingeheuchshilfestelle.

00:47:55: es ist eine sozialbehördliche Leistung und Sozialtopf der da uns zahlt.

00:48:00: die Elternstelle Antrag für sieben Tage auf Natt im Kupferhof, für das Kind XY und wir als Eltern reisen mit.

00:48:06: Die Eltern zahlen hier eine Selbstkostennote für Essen trinken Verpflegung und das Pensionszimmer wenn man so will ja die Unterbringung Und für die Kinder rechnen wir ein Tagessatz ab.

00:48:17: So!

00:48:17: Das sind wir Ein Haus der Eingehörungshilfe.

00:48:19: Wir sind kein Kinder-Hospiz oder so?

00:48:21: Ja?

00:48:22: Das Thema Sterbe, Sterbene, Sterbelbegleitung, spychologische Begleitungen Im Sterbeprozess das machen wir nicht.

00:48:31: Kinderhospieze haben den großen Vorteil, dass sie mit diesem Wort Kinderhausbiets Herz und Portemonnaie relativ leicht geöffnet kriegen.

00:48:38: Wir brauchen einfach immer drei vier Sätze länger es zu erklären.

00:48:41: wir sind eben für Eltern da die Zuhause rund um die Uhr ihr Kind pflegen.

00:48:46: Wir sind für Sie Oase Akkuladestationen damit sie weitermachen können zu Hause weil sonst brechen sie zusammen.

00:48:53: Ja es bräuchte Für uns für die Unternehmung Kupferhof eine auskömmliche Finanzierung.

00:49:00: Leider ist es so, dass das nicht so gesehen wird, dass es sehr notwendig ist.

00:49:04: Dass ein fester Baustein in der Welt rumt und um die Leistung aus den Pflegetöpfen usw.

00:49:12: Ich erkläre das immer an zwei Beispielen.

00:49:16: Mir hat mal einen Kinderarzt gesagt ich liebe mein Job.

00:49:18: Dann habe ich ihm gesagt, ich bin Vater eines schwer behinderten Sohnes, ich liebe meinen Sohn auch Und ich pflege ihn auch gerne und meine Frau auch.

00:49:26: Aber wenn du als Kinderarz das liebst was zu tust Dann mach es doch jetzt sieben Tage die Woche, warum brauchst du eigentlich einen Wochenende?

00:49:32: Und

00:49:32: steh noch mal mitten in der Nacht drei bis zehn Minuten auf.

00:49:35: Genau!

00:49:35: Jetzt reden wir über das ganze Jahr.

00:49:37: also du arbeitest jedes Wochenende durch und Urlaub brauchst Du dann auch nicht.

00:49:40: Also du arbetest einfach jeden Tag.

00:49:43: Jeden Tag deines Lebens Weil du liebst ja dass was zu tust.

00:49:46: wo ist das Problem?

00:49:48: Das sind die Eltern oder ein Beispiel für das Leben der Eltern.

00:49:51: Natürlich lieben Sie ihre Kinder, sie pflegen die Kind auch gerne Aber sie schaffen es einfach nicht.

00:49:55: und kann kein Mensch Dinge tun die man liebt Ohne Pause.

00:50:00: Niemand kann Dinge tun ohne Pause, wenn ich fest von überzeugt auch der Kinderarzt nicht, der seinen Job liebt.

00:50:06: Auch

00:50:06: der Leistungssportler nicht?

00:50:07: Jeden... Nein!

00:50:08: Ich kann noch nicht jeden Tag Stach spielen oder jeden Tag Reiten gehen oder was auch immer.

00:50:11: Ich brauche Pausen und wenn ich hier jemandem einstellen möchte dann steht im Gesetz Du musst diesen Menschen Erholungsurlaub zum Erhalt seiner Arbeitskraft geben, mindestens so und so viele Tage im Jahr.

00:50:25: Und die Eltern leisten viel mehr als jeder Arbeitnehmer dieser Welt.

00:50:28: Und müssen parallel ja teilweise noch arbeiten?

00:50:32: Und haben null Rechtsanspruch auf Erholungsurlaub!

00:50:35: Das zweite Beispiel ist mein Handy.

00:50:38: hier liegt ja hier aber auch dieses Smartphone.

00:50:41: das braucht regelmäßig Regeneration- und Kraftquelle es braucht die Akkuladestation.

00:50:46: wenn der Akku alle Dann geht es nicht.

00:50:48: Es funktioniert nicht, der Bildschirm bleibt schwarz und ich kann das nicht gebrauchen.

00:50:53: Also beim Smartphone gehen wir auch davon aus dass der Akku aufgeladen

00:50:57: ist.

00:50:57: Jedes Auto braucht eine Trankladung.

00:51:01: ganz viel leisten.

00:51:02: Die stehen nachts auf, die stellen Anträge bei der Krankenkasse, die kochen und windeln, die sind Pflegekraft, die müssen noch arbeiten gehen, sie müssen auch noch Ehepartner sein – für die Geschwister-Kinder da sein.

00:51:13: Wahnsinnig was die alles machen!

00:51:14: Wie so ein Hamster im Rad immer drehen, drehen und wenn ich aufföre zu drehen dann bricht das zusammen.

00:51:20: Bei pflegenden Eltern wird erwartet es geht ohne Pause immer jeden Tag jede Nacht?

00:51:26: Und das verstehe ich nicht.

00:51:28: Deshalb kurzzeitwohnen, es braucht Pausen.

00:51:30: Und jetzt komme ich noch mal zu deiner Frage zur Finanzierung.

00:51:33: Es wird in Zukunft nicht weniger Kinder mit Behinderung geben in dieser Welt.

00:51:37: Es wird auch nicht weniger Menschen mit Behinnerungen in unserer Gesellschaft geben.

00:51:40: Das ist ja irre zu glauben!

00:51:42: Es wird nach wie vor Verunfallte-Kinder geben, Gehendeffekte geben was auch immer.

00:51:46: das wird nicht weniger.

00:51:47: und Auch jetzt in Zeiten wo wir gucken müssen wo wir Geld sparen können weil es gerade nicht so wirtschaftlich läuft oder der Sozialstaat umgebaut werden muss oder wie auch immer müssen wir doch trotzdem uns die Frage Stellen, die Frage stellen.

00:51:59: Wie gehen wir jetzt sinnvoll damit um?

00:52:01: Bei den Möglichkeiten, die wir haben und wenn Eltern nach wie vor Tag und Nacht für ihre Kinder da sind Aber ihnen keine Pause gewährleistet wird was passiert dann?

00:52:11: entweder scheitert die Ehe Wenn es eine große Katastrophe damit sehr viel voll gekosten in jeglicher hinsicht oder die Eltern sind noch so reflektiert und sagen schatz Wir schaffen es einfach nicht mehr.

00:52:21: Das Kind muss in eine Einrichtung, in eine dauerstationäre Pflegeeinrichtung.

00:52:26: Das passiert sehr oft – das kostet hunderttausend Euro im Jahr aufwärts?

00:52:30: Das wird im Moment bezahlt vom gleichen Topf der auch uns bezahlen nämlich der Eingliederungshilfe.

00:52:35: und wir sagen wenn es uns doch nur in jedem dritten, fünften oder siebten Fall der Familien die wir hier vier Wochen im Jahr kurzzeit aufnehmen Pausen verschaffen, Regeneration uns in diesen Fällen gelingt, die Häuslichkeit so zu stärken dass die länger Durchhalt in der Häuslichkeit

00:52:51: aus dieser langfristigen entlastet werden.

00:52:53: Genau!

00:52:54: Die dauerstationäre Pflege verhindert wird oder hinausgezögert wird ja dann kosten doch gar kein Geld sondern spülen sogar Geld ins System zurück.

00:53:01: also Kurzzeitfond.

00:53:02: das was wir hier machen ist Kostendämpfer.

00:53:05: Wir sparen Geld, weil die Häuslichkeit gestärkt wird.

00:53:08: Wir schaffen den Eltern immer wieder regelmäßig Kraftquelle.

00:53:13: Sie halten länger durch sie können länger das machen was sie gerne machen.

00:53:17: Kein Vater keine Mutter möchte Grundlos ein Kind ins Heim geben in eine Einrichtung geben.

00:53:23: Das möchte man doch nicht.

00:53:25: Auch die Geschwisterkinder möchten das nicht.

00:53:27: Die möchten zusammen bleiben als Familie Die möchten das Leben leben.

00:53:31: Pause damit Sie länger durchhalten in der Häuslichkeit und das spart am Ende hohe Kosten.

00:53:38: Und deshalb ist mein Appell, und das war ja deine Frage Wie kann es uns gelingen besser finanziert zu werden oder mehr Aufmerksamkeit zu kriegen?

00:53:46: Genau das ist das Thema.

00:53:48: Wir brauchen einen verlässlichen Finanzierungstopf Der nicht so wie jetzt ist.

00:53:52: im Moment ist es so ein Drittel müssen wir über Spenden finanzieren.

00:53:56: Das bedeutet eins Komma fünf bis Eins Komma acht Millionen Euro Im Jahr müssen wir spenden sammeln.

00:54:02: Das sind ungefähr ein Drittel unseres gesamten Jahreshaushaltes für die Unternehmung Kupferhof, wie wir hier einen Kosten haben.

00:54:10: Und es wäre schön wenn ich diesen Rucksack mal abstellen könnte immer spenden sammeln zu müssen in der Größenordnung das wäre ein sehr großer Wunsch von mir aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

00:54:22: Ich habe die Hoffnungen dass es irgendwann so sein wird und dann werde ich irgendwann sagen siehst du wohl nur alles ist gut.

00:54:30: Jetzt haben wir ein Haus, das auch noch gut finanziert ist und ganz vielen anderen Familien hilft länger durchzuhalten.

00:54:38: Das ist mein Wunsch und meine Hoffnung!

00:54:43: Das ist ja eigentlich no-brainer?

00:54:45: Das Thema Pflege wird in den nächsten Jahren jetzt nicht kleiner...

00:54:49: Nee.

00:54:50: Woran hakt es?

00:54:51: Warum wird es nicht verstanden deiner Meinung nach?

00:54:54: Weil man glaube ich unheimlich große Schwierigkeiten hat präventiv zu denken.

00:54:58: Man guckt immer nur um hier und jetzt Naja, jetzt ist ja die Familie da zu Hause und schafft das ja irgendwie.

00:55:04: Wenn wir jetzt in Kurzzeitwohnen investieren kann man nicht genau messen wie viele Fälle davon wirklich... also wie viel Fällen wir profitieren indem eine Langzeitunterbringung vielleicht verhindert wird?

00:55:15: Das ist schwer messbar!

00:55:17: Wir haben es tatsächlich aber evaluieren lassen und diese Effekte messen lassen und es ist tatsächlich erkennbar dass das so sein wird.

00:55:25: Aber nichtsdestotrotz, wir sind dabei und ich glaube die Chance ist auch relativ groß dass wir jetzt gehört werden weil wir sind ja jetzt in einem Prozess wo wir darüber diskutieren den Sozialstaat umzubauen Eingedungshilfe soll eingespart werden usw.

00:55:40: Da melden wir uns jetzt schon sehr intensiv und sagen Ja!

00:55:43: Und wir helfen gerne mit.

00:55:45: Ich möchte da gerne ein Thema platzieren.

00:55:47: also Wir sind da sehr aktiv gerade hier mit unseren lokalen Möglichkeiten über die politischen Strukturen bis hin zu den regionalen Bundestagsabgeordneten, die wir hier sehen und haben.

00:56:00: Und einladen ins Haushalt und Kontakte jetzt knüpfen.

00:56:03: Ich habe mit meinem Vorstandskollegen Hans Nehe bei uns aus dem Vorstand auch noch einen bundesweiten Vorstand eines Bikura-EV heißen, das soll mal so eine Art Zusammenschluss von wenigen Kurzzeitwohneinrichtungen werden vielleicht so eine Art Landesverband oder sowas Bundesverband für Kurzzeitwohnen, um dieses Thema eben größer zu machen und Stimme in der Politik zu erwirken.

00:56:30: Um uns zusammenzuschließen, um lauter zu werden, um das einfach transparent dazu machen ist Thema denn es ist wichtig und wie gesagt Es wird nicht weniger Kinder geht mit Binderungen die alle Zuhause gepflegt werden Und das Thema wird bleiben und ich kann ganz sicher oder bin mir sicher ein Beitrag dazu leisten auch Kosten zu dämpfen.

00:56:47: Kurzzeit-Wohnes kosten Dämpfen

00:56:49: Ja.

00:56:50: Und diese Botschaft zu platzieren, da hilft vielleicht ja auch dieser kleine Podcast.

00:56:54: Ich hoffe sehr!

00:56:55: Ja,

00:56:55: aber die Hoffnung

00:56:56: ist... Sehr schön.

00:56:58: Dann komme ich jetzt zur letzten Frage und die stelle ich allen Gästen.

00:57:03: Wenn du jetzt, also heute, im Jahr zwanzig Jahre alt wärst, welchem Rat würdest du dir geben?

00:57:12: Im Grunde fängt das ja schon in den zwanziger Jahren davor an von null bis zwanzzig.

00:57:16: Da entwickelt man so Ideen im Kopf.

00:57:18: ne was werde ich mal später Feuerwehrmann oder Arzt oder was auch immer?

00:57:23: und wie werde ich auch geprägt zuhause.

00:57:26: Ganz wichtig ist, glaube ich... Also wenn ich heute nochmal zwanzig wäre dann würde ich ganz deutlich darauf achten wofür brennt mein Herz eigentlich wirklich?

00:57:34: Was macht mir wirklich Freude und wo habe ich vielleicht auch ein gewisses Talent?

00:57:39: Ich bin noch groß geworden in einer Zeit wo man sagte Hobby sollte man Hobby lassen.

00:57:44: berufliche Entwicklung ist eher beruflich Entwicklung aber das beides zu vermischen ist nicht gut.

00:57:49: Heute würde ich glaube ich eher sagen, da wo du Talent hast.

00:57:51: Wo du Freude ein etwas hast das baue aus.

00:57:55: und Ich bin mir sicher und das habe ich auch meinen Kindern immer gesagt egal was ihr macht Was für einen Schulabschluss ihr habt was ihr lernt was ihr studiert oder auch nicht studiert Macht das wofür euer Herz brennt.

00:58:06: Und ich bin mir ganz sicher Ich würde heute mehr auf dass setzen mit zwanzig Wofür mein Herz bremt.

00:58:14: und damals brannte.

00:58:16: und ich glaube wirklich jeder kann aus den Talenten, die er hat aus den Neigungen und Stärken, die jeder in sich trägt ganz viel Großes machen.

00:58:26: Man muss nur dafür brennen!

00:58:28: Man muss das Feuer entfachen man muss wirklich die Dinge vorantreiben wo man richtig Bock drauf hat sag ich jetzt mal dann kann man ganz viel verändern und Welt verändern.

00:58:41: Und das finde ich sowieso stark.

00:58:43: Ich glaube dieser Gedanke es gibt übrigens einen Podcast den höre ich manchmal, der heißt hoffnungsmensch mit dem Himmel im Herzen die Welt verändern.

00:58:55: Hoffnungsmensch mit himml im herzen die welt verändern das hätte ich mir glaube auch schon mit zwanzig gerne mehr zum lebensmotor gemacht.

00:59:02: wirklich versuchen die weltenstück positiv zu verändern dass würde ich mir mehr auf die farne schreiben.

00:59:08: das verbunden mit den stärken die habe wirklich für eine sache zu brennen das ist glaube würde ich intensivieren wollen, wenn ich noch mal zwanzig wäre.

00:59:18: Aber das ist ja die Erfahrung aus den Jahren danach, die ich dann erst gemacht habe.

00:59:22: Aber dass würde ich heute zwanzigering erzählen.

00:59:24: Guckt dir genau an was kannst du gut und wenn du da richtig Lust hast, schaff dir ein Umfeld, was das befeuert, was es befördert und fang an Feuer zu entfachen.

00:59:34: Man kann so ganz viel verändern.

00:59:36: Schön!

00:59:37: Vielen vielen Dank.

00:59:39: Gerne gerne, schönen Dank, dass ich dabei sein durfte.

00:59:42: Ja unbedingt.

00:59:47: Das war Steffen Schumann Bründer und Vorsitzender des Vereins Hände für Kinder

00:59:51: e.V.,

00:59:52: und das neuen Kupferhof in Hamburg.

00:59:55: Der neue Kupfwerhof ist ein hotelähnliches Kurzzeit zu Hause für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und ihre Familien.

01:00:00: Mir war nicht bewusst, wie groß diese Lehrstelle ist.

01:00:03: Einrichtungen wie den neuen Kuppferhof kann man in Deutschland mit einer Hand abzählen.

01:00:08: Das kann nicht reichen für all die Familien, die Kinder- und Jugendlichen Zuhause fliegen.

01:00:12: Ich finde Ansätze wie der des neuen Kupswerhofs sind unbedingt unterstützenswert.

01:00:17: Ich ziehe jedenfalls meinen Hut für Steffen und seinem Team, und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und große Unterstützung.

01:00:24: Wenn euch die heutige Folge von Hopepunk gefallen hat, dann freue ich mich über eine Bewertung auf der Plattform Eurer Wahl oder wenn ihr den Podcast weiter empfehlt!

01:00:32: Und natürlich freue ich auch, wenn ihr nächstes Mal wieder dabei seid!

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